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Der warme Winter gefährdet die Bienen
Der Imkerverein Siebengebirge macht sich Sorgen um die Brut der fleißigen Insekten - Das Klima begünstigt auch die Varroa-Milbe
Foto: Bei der Arbeit: Imker Klaus Berndt warnt vor den Gefahren des warmen Winters. Foto: Homann
Von Johanna Wahl
Thomasberg. "Bienen sind die einzigen sozialen Insekten außer den Ameisen, die im Volk überwintern", erzählt Klaus Berndt, Biologielehrer und zweiter Vorsitzender des Imkervereins Siebengebirge 1896 e.V., auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend.
Um die Wärme zu produzieren, die eine Biene zum Überwintern braucht, bilden die Tiere innerhalb des Stocks eine Kugel, um sich gegenseitig warm zu halten. Getrennt sind die Bienen dann nur noch durch dünne Waben. Über der Bienenkugel befinden sich die Vorräte, welche die Tiere im Laufe gesammelt haben.
"Im Laufe des Winters ziehen die Insekten dann nach oben und zehren die Vorräte auf", so Berndt. "Was draußen los ist, ist der Biene egal, solange die Vorräte reichen", sagt er weiter. Dies bedeutet für die Imker des Vereins großzügiges Einfüttern der Tiere, um einen ausreichenden Nahrungsvorrat zu garantieren.
Fachgespräche wie dieses sind an der Tagesordnung auf der Jahreshauptversammlung des Imkervereins Siebengebirge. Die Mitglieder bestätigen den bisherigen Vorstand mit Wolfgang Dietz als ersten Vorsitzenden, Klaus Berndt als zweiten Vorsitzenden, Alfred Bellinghausen als Schatzmeister und Otto Wilkes als Schriftführer.
Komplettiert wird der Vorstand durch Dagmar Kaul und Gerti Reicheneder-Müller, die beide das Amt der Kassenprüferin innehaben. Der Imkerverein hat mit 38 Mitgliedern eine gesunde Struktur, wenn man den Mitgliedermangel anderer Vereine bedenkt. 32 der Mitglieder besitzen Bienen in 268 Völkern.
"Besonders stolz sind wir auf unsere vier Imkerinnen und unsere Jungimker", strahlt der Vorsitzende Wolfgang Dietz. Doch die Imker haben dieses Jahr einige Sorgen. "Leider haben die Bienen große Probleme mit dem warmen Winter", erzählt Klaus Berndt. Die Bienen hören nicht auf zu brüten.
Käme es zu einem Temperatursturz, würde die Brut sterben und die Biene zuviel von ihrer Lebensenergie verbrauchen, ohne einer neuen Generation das Leben zu schenken. "Außerdem ist es möglich, dass die Brut die Bienenkugel zu groß macht und sie von den Nahrungsvorräten abstürzt", zählt Berndt die Gefahren des warmen Winters weiter auf.
Zusätzlich kann sich die Varroa-Milbe, der größte Feind der Bienen, durch den warmen Winter zu stark vermehren. Laut Berndt sind hier die Imker gefordert, die Milbenpopulation so zu reduzieren, dass die Bienen damit leben können. Dies geschieht durch den Einsatz von organischen Säuren, zum Beispiel Ameisensäure, die absolut natürlich sind und keine Rückstände hinterlassen.
"Der Imker hilft, das Ökosystem zu stabilisieren, indem er die Milbenpopulation begrenzt und die Bienen vermehrt", so Berndt. "Außerdem wird der mit viel Handarbeit hergestellte Honig ohne Zusätze gewonnen." Wer Honig direkt vom Imker kaufen möchte, kann eine Liste der regionalen Imker unter der Telefonnummer (0 22 23) 22 29 3 bei Wolfgang Dietz erhalten.
An Bienen Interessierte sind zu den Treffen des Imkervereins an jedem zweiten Donnerstag im Monat im Gasthaus Otto in Thomasberg um 20 Uhr herzlich eingeladen.
(13.01.2007)
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Berichte aus dem Bonner General Anzeiger, Siebengebirgsausgabe, vom >13.1.2007 und vom > 21. 7. 2007 täglich lesen!
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Es kommt auf die richtige Mischung der Spätblüher an
Bereits Mitte Juli ist die Honig-Ernte im Siebengebirge abgeschlossen
Von Caroline Gölker
Königswinter. Auch ihnen machte das wenig erfreuliche Wetter der vergangenen Wochen zu schaffen. Wie die Menschen blieben sie zu Hause, anstatt nach draußen zu fliegen. Und waren sogar gezwungen, von ihren Vorräten zu zehren: die Honigbienen. Doch sobald die Sonne sich für wenige Augenblicke oder ein paar schöne Tage sehen lässt, sind die Bienen unermüdlich unterwegs.
Denn: Mitte Juli, so der Vorsitzende des Imkervereins Siebengebirge e.V., Wolfgang Dietz, sei die Honigernte im weitgehend Rheinland abgeschlossen. "Um diese Jahreszeit ist es eine würzige Mischung aus Linde, Brombeere und den spät blühenden Pflanzen."
Wie wichtig die Bienen nicht nur als Honiglieferanten sind, wurde vor einiger Zeit deutlich, als Meldungen aus den USA auch in Deutschland für Unruhe sorgten: Seit vergangenem Herbst verschwanden dort mehr als 2,4 Millionen Völker.
Innerhalb nur weniger Tage vernichtet das rätselhafte Sterben bis dahin gesunde Völker. Das Problem: Die Honigbiene ist für den Menschen das drittwichtigste Nutztier nach Rind und Schwein; denn ein Drittel unserer Nahrung besteht aus Pflanzen, die von Bienen bestäubt werden.
Für hiesige Breiten gibt Dietz Entwarnung: "Meine Kollegen und ich konnten keine größeren Abweichungen feststellen." Dass zehn bis 20 Prozent der Völker in einem Winter eingingen, sei normal. "Vor allem die Bienenvölker junger, nicht so erfahrener Kollegen sind davon betroffen", so Dietz.
Das letzte große Bienensterben sei im warmen Sommer 2003 aufgetreten, als die Varroa-Milbe den Nutztieren zusetzte und ein Drittel der Bienen sterben ließ. Anders als in Süddeutschland, wo die Milbe sich in diesem Jahr noch zu einem ernstzunehmenden Problem entwickeln könnte, sieht Dietz für den Bereich Siebengebirge keine große Gefahr.
"Sie ist da, aber wir müssen jetzt halt entsprechende Maßnahmen einleiten." Nach der Honigernte werde daher mit dem Einsatz von Ameisensäure begonnen, um den Parasiten Herr zu werden. Obwohl auch hiesige Bienen durch Milben und immer dichter besiedeltes Land gestresst sind, schließt Dietz ein Phänomen wie in den USA aus.

"Dort werden Lastzüge von Bienen quer durch das Land gekarrt, um die Felder zu bestäuben", sagt er. Auch aus Sicht von Bienenforscher Dieter Wittmann von der Universität Bonn liegt das Problem dort: "Großimkereien mit bis zu 35 000 Völkern fahren zur Bestäubung umher. Das ist keine artgerechte Tierhaltung und zwingt die Völker in die Knie."
Wieso es jedoch zu einem so massiven Bienensterben kam, könne man sich auch nicht erklären. Wittmann vermutet, dass ganzjähriger Stress die Bienen anfällig mache, und die Imker bei der Pflege der Völker schlampten.
"Wir haben nach dem Bienenexodus 2003 hier ein Monitoring begonnen, bei dem 175 Imker regelmäßig geprüft werden", so Wittmann. Bei ihnen sei seitdem kein größeres Völkersterben mehr vorgekommen. Für das Wohl der Bienen sei in hohem Maße der Mensch verantwortlich.
(21.07.2007)
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