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Frühlingsmarkt ohne Frühlingsgefühle Bei kühlen Temperaturen und Dauerregen kamen nur wenige Gartenfreunde in die Bonner Rheinaue - Für sie gab es gute Ratschläge von Kleingärtnern, Bio-Bauern und Imkern und an jeder Ecke eine Kostprobe Von Artur Siemens und Volker Lannert (Fotos)
Bonn. Von Frühling war nicht viel zu spüren beim Frühlingsmarkt. Dabei sollte er in diesem Jahr doch ganz besonders schön werden: Zum 25-jährigen Bestehen der Rheinaue war der Markt erstmals von der Innenstadt in den Park verlegt worden. Angesichts des nassen und kalten Wetters ein Fehler, waren sich alle Aussteller einig: In der Stadt hätte man wenigstens etwas Laufpublikum gehabt. So aber zogen es die meisten vor, zu Hause zu bleiben.
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Die wenigen Gartenfreunde, die sich durch das widrige Wetter nicht abschrecken ließen, wurden allerdings reich belohnt. An jeder Ecke bekam der Besucher etwas geschenkt. Hier ein Blümchen, da etwas Saatgut, dort einen Apfel. Und schließlich hatte der Dauerregen auch einen kleinen Vorteil: Wer den Schritt vor die Tür gewagt hatte, konnte sich in Ruhe und ohne Gedränge informieren, einkaufen und beraten lassen.
Für Gartenfreunde ohne eigenen Garten bot sich zum Beispiel ein Gespräch mit dem Bonner Stadtverband der Kleingärtner an. Dort erfuhr der Besucher, dass es in Bonn etwa 940 Kleingärtner gibt, die sich in 20 Kleingartenvereinen organisieren. Und für den interessierten Gartenfreund hatte Peter Terlau vom Stadtverband auch eine gute Nachricht: Die Nachfrage nach einem Schrebergarten sei etwas zurückgegangen, die Chancen, auch kurzfristig ein Stück Land im Grünen zu bekommen, stünden mithin nicht schlecht.
Gartenbesitzer oder solche, die es werden wollen, konnten anschließend an die Planung gehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) gab Tipps für eine naturnahe Gartengestaltung, und die Biologische Station Bonn verkaufte heimische Pflanzen wie Baldrian, Wermut oder Margarite. "Mit den exotischen Pflanzen aus dem Baumarkt kann die heimische Tierwelt nichts anfangen", plädierte auch Thomas Friedrich von der Biologischen Station für eine naturnahe Gartengestaltung.
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Um die heimische Tierwelt ging es auch am Stand gegenüber: Hier verkaufte der Verein zum Schutz der Wild- und Honigbienen Nisthilfen für die kleinen Brummer. Und ein Gläschen Honig aus der eigenen Imkerei konnte der Bienenfreund auch gleich erstehen. Aber auch Naturfreunde ohne Garten oder Ambitionen auf einen solchen kamen beim Frühlingsmarkt auf ihre Kosten.
Die Botanischen Gärten der Universität stellten sich vor, und die Biologin Sonja Schirdewahn lud ein, die "Natur als Abenteuer mit allen Sinnen" kennenzulernen. Mit ihrem kleinen Unternehmen Bonnatours bietet sie Kinder- und Familienprogramme an, bei denen es richtig was zu lernen gibt, ohne dass es anstrengend wird: "Das Ganze behält den Charakter von einem Familienausflug mit Picknick", versprach Schirdewahn.
Das Gut Ostler verkaufte Salat und Radieschen aus biologischem Anbau. Die Landwirte hatten nicht nur einen Esel und ein Schaf zum streicheln mitgebracht, sondern auch die Einladung zu Hofführungen und zahlreichen anderen Veranstaltungen auf Gut Ostler.
Alles in allem ein interessanter Frühlingsmarkt, wäre da nicht das miserable Wetter gewesen. Und noch etwas störte Imkerin Sigrid Liesenfeld: "Es ist viel zu wenig Werbung gemacht worden. Ich habe kaum ein Plakat gesehen", machte sie neben dem Wetter auch die Stadt für die geringe Besucherzahl verantwortlich.
(09.05.2004) |
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